Ein Zuagroaster als Ortschef
Im Jahr 1988 spülte sein Beruf den in Stuttgart geborenen Anton Jenzer nach Österreich, 2006 ein Zufall ihn in seine neue Heimatgemeine Gaaden. Im Herbst 2022 wurde er unplanmäßig in den Gemeinderat berufen, seit Anfang 2023 ist er Bürgermeister.
VON ALBERT SACHS
Es verwundert nicht, dass sich unter den 2.092 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern Österreichs auch ein paar ganz spezielle Typen finden. Amtsträger:innen mit einer ungewöhnlichen Biografie. Ortschef:innen mit einer nicht ganz alltäglichen Karriere. Anton „Toni“ Jenzer ist ein solcher Exote.
2006. Toni Jenzer und seine Frau suchen ein Haus auf dem Land und in der Nähe von Wien. Zufällig werden sie in der Wienerwald-Gemeinde Gaaden bei Mödling fündig. 1.600 Einwohnerinnen und Einwohner. Trotz der Nähe zu Wien nimmt die Bevölkerungszahl seit einigen Jahren ab. Viel Wald. Sehr ländlich. Ein Steinbruch ist der größte Betrieb der Gemeinde. Der Anninger, ein beliebter Ausflugsberg der Wiener, mit seinen 675 Metern Höhe und der Wilhelmswarte die einzige Attraktion. Gaaden gilt, auch wegen seiner Zweitwohnsitze, als Schlafgemeinde.
UNPLANMÄSSIG ZUM BÜRGERMEISTER. „Dass ich in dieser Gemeinde einmal Bürgermeister werde, wäre mir damals nicht einmal in meinen kühnsten Träumen eingefallen“, verrät Jenzer. Es kam anders. „Ich bin dann völlig unplanmäßig im Herbst 2022 in den Gemeinderat berufen worden, da ein Mandatsträger auf eigenen Wunsch ausschied, und wurde kurz darauf, Anfang 2023 vom Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt, da der amtierende Bürgermeister aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen musste“, berichtet Gaadens amtierender Bürgermeister. Letztendlich setzte sich Jenzer im Jänner 2025 mit der Liste „Wir Gaadener“ auch bei den regulären Gemeinderatswahlen durch, erreichte knapp 54 Prozent der Stimmen und konnte damit die absolute Mehrheit halten. „In der heutigen Zeit, wo in der Politik klare Mehrheiten eher selten geworden sind, ein toller Erfolg, auf den ich sehr stolz bin, der aber auch eine große Verantwortung und Verpflichtung gegenüber den Bürgerinnen und Bürger mit sich bringt“, kommentiert er.

„DASS ICH EINMAL BÜRGERMEISTER WERDE, WÄRE MIR NICHT IN MEINEN KÜHNSTEN TRÄUMEN EINGEFALLEN.“, Anton Jenzer, Bürgermeister von Gaaden
Als „immer interessiert, aber nie parteipolitisch aktiv“, blickt Jenzer auf seine Vergangenheit zurück. Sein Engagement zeigte der in Stuttgart geborene und aufgewachsene gelernte Tief- und Offsetdruck-Techniker bei anderer Gelegenheit. Nach Jahren in diversen Vorstands- und Geschäftsführerfunktionen auf nationaler und internationaler Ebene führte ihn 1988 seine berufliche Laufbahn nach Österreich, wo Jenzer die Geschäftsführung eines internationalen, im Direct- und Adress-Marketing führenden Unternehmens in Wien übernahm. In dieser Rolle gehörte der erfahrene Manager auch 16 Jahre lang dem Vorstand des Dialog Marketing Verband Österreich (DMVÖ) an und führte diesen größten österreichischen Branchenverband der Marketing -und Kommunikationswirtschaft zwölf Jahr lang als dessen Präsident. Zudem fungierte Jenzer acht Jahre als Vorstandsmitglied des europäischen Marketing Dachverbandes FEDMA mit Sitz in Brüssel.
ENGAGEMENT AUS ÜBERZEUGUNG. Der freundschaftliche Kontakt zu Gaadens langjährigem Bürgermeister Rainer Schramm begeisterte Jenzer schließlich auch für dessen politische Ziele, er trat ohne Absicht auf eine politische Funktion der Bürgerinitiative „Wir Gaadener“ bei. „Gutes für meine Gemeinde tun, in der meine Familie und ich uns sehr wohl fühlen und die mir mittlerweile ans Herz gewachsen ist“, nennt der ehemalige Manger als seine Motivation. „Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch, wenn es ihm selbst halbwegs gut geht, auch der Gemeinschaft etwas zurückgeben sollte – nicht als Verpflichtung, sondern freiwillig und mit Freude.“
Noch heute könne er sich nicht damit anfreunden, als Politiker bezeichnet zu werden, gesteht der mittlerweile 70-jährige Ortschef. „Ich sehe mich einfach als jemanden, der für seine Gemeinde über die Parteigrenzen hinweg Altbewährtes bewahren und Neues schaffen will.“ Nachsatz: „Das war auch einer meiner Wahlkampfslogans.“ Initiativ sein, Dinge bewegen wollen, Organisationsgeschick und auch „eine bisweilen notwendige Stress-Resilienz“ könne er aus seiner Manager-Erfahrung in das Bürgermeisteramt einbringen. Letztendlich habe er sich auch für die österreichische Staatsbürgerschaft entschieden, um Bürgermeister werden zu können. Jenzer: „Da ich bereits seit Ende 1988 in Österreich lebe und arbeite, fiel mit das insofern relativ leicht, als mir Österreich als ursprünglich zweite Heimat längst zur ersten Heimat geworden ist.“ Ablehnung, gar Ressentiments habe er, der Schwabe, der Deutsche, in seiner österreichischen Heimatgemeinde nie wahrgenommen. „Die Gaadnerinnen und Gaadner sind zwar sehr bodenständig und halten viel auf ihre Traditionen. Auf der anderen Seite stelle ich aber immer mit großer Freude fest, dass ,Zugroaste‘ in den allermeisten Fällen offen, hilfsbereit und freundlich in die Dorfgemeinschaft aufgenommen werden“, freut sich Jenzer. „Es spricht für die Offenheit und Liebenswürdigkeit der Gaadnerinnen und Gaadner, dass wir als ,Zuagroaste‘ in kürzester Zeit viele gute Freunde und Bekannte gefunden haben. Es sind Freundschaften und Bekanntschaften, die meine Frau und ich sehr schätzen und die wir mit Freude pflegen.“
ICH BIN ÜBERZEUGT, DASS JEDER MENSCH DER GEMEINSCHAFT ETWAS ZURÜCKGEBEN SOLLTE – NICHT ALS VERPFLICHTUNG, SONDERN FREIWILLIG UND MIT FREUDE.
DIE NUMMER 1 VOM WIENERWALD. Seinen Kurs zu halten, sich treu zu bleiben und trotzdem in dem einen oder anderen Fall auch eine pragmatische Lösung zu finden, um bei unterschiedlichen Interessenslagen, die es naturgemäß in einer Gemeinde hie und da gibt, ausgleichend zu wirken, skizziert Jenzer seinen persönlichen und politischen Anspruch. Schon jetzt streicht er, durchaus auch stolz, heraus, „eine der wenigen österreichischen Gemeinde zu sein, die schuldenfrei ist – mittlerweile bekanntlich eine Rarität in Österreich“. Gaaden scheint im Gemeinde-Bonitätsranking, das die wirtschaftliche und finanzielle Kraft einer Gemeinde widerspiegelt, unter den zwanzig Gemeinden im Bezirk Mödling sogar als Spitzentreiter auf. Platz 1 in dieser „Hitparade“ bedeutet mehr als nur einen Prestigeerfolg.
„Die zukünftige Herausforderung besteht darin, angesichts fallender Einnahmen und steigernder laufenden Ausgaben die darüber notwendigen Investitionen in die Infrastruktur, in die Umwelt und damit in die Lebensqualität zu bewerkstelligen“, resümiert Gaadens Bürgermeister: „Sparen ja, aber mit Sinn und Verstand.“
„Kann ein Mann überhaupt Bürgermeister werden?“
Christine Oppitz-Plörer war von 2010 bis 2018 Bürgermeisterin von Innsbruck. Im Interview mit public spricht sie über ihren Weg in die Politik, die Jahre als Bürgermeisterin, ein Amt ohne wirklichen Feierabend und die weiterhin geringe Zahl von Frauen in Machtpositionen.
INTERVIEW VON MAX HOFER
public: Frau Oppitz-Plörer, gehen wir in Ihre Kindheit zurück, waren Sie damals schon politisch interessiert?
Christine Oppitz-Plörer: Ja, ich bin in einer politisch interessierten Familie aufgewachsen und habe mich schon in der Schulzeit dafür interessiert, wie die Gesellschaft und das Zusammenleben funktionieren. Später war ich bei meinen Kindern in der Elternvertretung tätig. Auch das ist im Grunde politische Arbeit, man muss einen Bedarf erkennen, Menschen zusammenbringen und Lösungen finden. Politik bedeutet für mich, Verantwortung wahrzunehmen und zu gestalten. Dazu gehören auch schwierige Entscheidungen.
Im Jahr 2000 wurden Sie als Teil der Wahlliste „Für Innsbruck“ erstmals in den Innsbrucker Gemeinderat gewählt. Wie kam es dazu?
Ich war eine Quotenfrau, was in dieser Zeit ganz typisch war. Für seine Wahlliste suchte der damalige Bürgermeister Herwig von Staa noch eine Frau mit Familie und Kindern, die die Bedürfnisse junger Familien kennt. Im Gemeinderat habe ich mich dann vor allem bei Fragen rund um Familien, Frauen und Kinder eingebracht.
Sie waren also eine typische Quotenfrau, haben Sie das auch so gesehen?
Eigentlich nicht. Zunächst war ein hinterer Listenplatz für mich vorgesehen. Dann hat eine Frau, die weiter vorne gereiht war, abgesagt und ich wurde gefragt, ob ich auf Platz vier kandidieren würde. Ich habe nicht lange gezögert. Die Arbeit hat sich schnell auf meine Erfahrungen als Mutter fokussiert: Wie kann eine Familie in einer Stadt wie Innsbruck gut leben? Wie lassen sich Beruf und Familie organisieren? Das Thema Quotenfrau war bei mir jedenfalls recht schnell vom Tisch.
Trotz Quoten gibt es in Gremien wie Aufsichtsräten oder in Bürgermeisterämtern noch immer relativ wenige Frauen. Braucht es weiterhin Quoten?
Ich denke schon. Inzwischen sind über 20 Jahre seit meiner ersten Wahl vergangen und wir müssen noch immer feststellen, dass gerade in höheren Ämtern viel zu wenige Frauen vertreten sind. Eine Quote kann auch bedeuten, dass sich eine Gesellschaft
aktiver auf die Suche nach fähigen Frauen macht. Sonst wäre der Umkehrschluss, nur ein kleiner Anteil der Frauen sei für solche Funktionen geeignet. Es reicht nicht, sich nur den gesamten Gemeinderat anzuschauen. Wenn beispielsweise in Sozialausschüssen fast ausschließlich Frauen sitzen und in den Finanzausschüssen überwiegend Männer, bleiben die Gestaltungsmöglichkeiten weiterhin unterschiedlich verteilt. Deshalb halte ich eine Verteilung von etwa 40 zu 60 Prozent in wichtigen Gremien für einen möglichen Ansatz.
Das Problem besteht also nicht nur darin, Frauen in die Politik zu bringen, sondern auch in entscheidende Positionen?
Genau. Das kann man mit der Situation an den Universitäten vergleichen: Unter den Studierenden haben wir einen sehr hohen Frauenanteil, bei Professorinnen und Professoren ist dieser deutlich kleiner. Da muss man fragen: Wo gehen diese Frauen verloren, wann kehrt sich dieses Verhältnis um? Ähnliches sehe ich in der Politik. Viele Frauen engagieren sich in Stadtteilen, Vereinen und ehrenamtlich. Ich habe immer versucht, sie dazu zu animieren, dorthin zu gehen, wo Entscheidungen tatsächlich getroffen werden. Es macht einen Unterschied, ob man von außen eine Idee einbringt oder selbst darüber entscheidet.
Welche Rolle spielen Familie und Kinder dabei?
Eine sehr große. Papamonat, geteilte Karenz und ähnliche Modelle sind wichtig. Trotzdem liegt die Gesamtverantwortung für die Familienorganisation noch oft bei Frauen. Heute nennt man das Mental Load: Kinder, Termine und all die kleinen Dinge, die gleichzeitig organisiert werden müssen. Wenn diese Verantwortung hauptsächlich bei den Frauen liegt, bleibt weniger Kraft und Zeit für politische Funktionen. Gleichzeitig müssen Frauen auch lernen können, in der Familie Verantwortung abzugeben.

WENN IN SOZIALAUSSCHÜSSEN FAST AUSSCHLIESSLICH FRAUEN SITZEN UND IN DEN FINANZAUSSCHÜSSEN ÜBERWIEGEND MÄNNER, BLEIBEN DIE GESTALTUNGSMÖGLICHKEITEN WEITERHIN UNTERSCHIEDLICH VERTEILT.
Ihre Vorgängerin als Bürgermeisterin war Hilde Zach. Welche Beziehung hatten Sie zu ihr?
Eine sehr gute. Sie war wirklich ein Vorbild und eine Lehrmeisterin. Sie hat Frauen sehr aktiv gefordert. Wenn eine Frau gezweifelt hat, ob sie etwas kann oder ob sie eine Aufgabe übernehmen soll, hat Hilde gesagt: „Probier es. Du darfst auch scheitern.“ Ich sage immer, Gleichberechtigung gibt’s, wenn Frauen genauso wie Männer scheitern dürfen.
Hat es Ihnen geholfen, dass Innsbruck bereits vor Ihnen eine Bürgermeisterin hatte?
Bei manchen Dingen sicher. Trotzdem war meine persönliche Situation eine andere. Als ich Bürgermeisterin wurde, hatte ich noch schulpflichtige Kinder. Hilde Zach war in einer anderen Lebensphase. Wenn man selbst noch mitten in der Familienorganisation steckt, ist ein solches Amt noch einmal eine zusätzliche Herausforderung. Aber es war sicherlich kein Hindernis für mich, dass Innsbruck vor mir bereits eine Frau an der Spitze hatte. Besonders interessant waren Begegnungen mit Schulklassen. Kinder, die zuerst Hilde Zach und danach mich erlebt haben, kannten über lange Zeit nur eine Frau als Stadtoberhaupt. Irgendwann hat dann ein Volksschulkind gefragt, ob ein Mann überhaupt Bürgermeister werden könne. Das zeigt, wie wichtig Rollenbilder sind und wie Normalität entsteht.
Wie haben Sie Familie und Bürgermeisteramt miteinander vereinbart?
Mit einem guten Familiennetzwerk. Meine Eltern haben mich sehr unterstützt. Dazu kamen große Disziplin und sehr viel Arbeit. Es wäre falsch zu glauben, dass das nebenbei funktioniert.
Waren Sie durch Ihre Jahre im Gemeinderat und als Stadträtin auf das Bürgermeisteramt vorbereitet?
Nur bedingt. Zwischen den Rollen im Gemeinderat, als Stadträtin sowie Vizebürgermeisterin und Bürgermeisterin liegt ein großer Unterschied. Als Bürgermeisterin steht man nämlich ganz vorne. Bei vielen Entscheidungen ist man letztlich allein verantwortlich. Gleichzeitig ist die Erwartungshaltung der Menschen enorm.
Der amtierende Innsbrucker Bürgermeister, Johannes Anzengruber, stand kürzlich wegen der Nutzung einer KI-unterstützten Datenbrille in der Kritik. Ist die Kritik gerechtfertigt oder die Erwartungshaltung der Menschen zu hoch?
Das geht gar nicht, das war eine vollkommende Fehleinschätzung seinerseits.
Zurück zu Ihrer Zeit als Bürgermeisterin. Wie hat damals ein gewöhnlicher Arbeitstag ausgesehen?
Ein Arbeitstag als Bürgermeisterin ist im Prinzip ein 24/7-Job. Man trägt die Verantwortung für eine Stadt. Das Arbeitspensum eines Tages reicht von Verhandlungen und Sachthemen über Bürgeranliegen bis zu Repräsentation, Veranstaltungen und Abendterminen. Und fast jeder Termin ist mit einer Erwartung verbunden.
Bleibt man auch außerhalb des Rathauses Bürgermeisterin?
Ja. Wenn man das Haus verlässt, ist man Bürgermeisterin oder Bürgermeister. Man wird angesprochen und ich finde das auch richtig. Bei einem Fest kann man nicht jedes Problem ausführlich behandeln, aber wer ein hohes Amt innehat, kann meiner Meinung nach nicht einfach sagen: Jetzt bin ich privat.
Was hat Ihnen das Amt auf der anderen Seite gegeben?
Unglaublich viele Möglichkeiten zu gestalten. Man lernt eine Stadt auf eine Weise kennen, wie das sonst kaum möglich ist. Eine wichtige Aufgabe eines Bürgermeisters ist für mich auch, Menschen miteinander zu vernetzen.
Welchen Rat würden Sie jungen Frauen geben, die selbst in die Öffentlichkeit oder in die Politik wollen?
Wichtiger als ein Rat ist es, Bewusstsein zu schaffen. Wer sich öffentlich bewegt, steht auf einer Bühne, die das weitere Leben beeinflussen kann. Junge Frauen sollten sich dessen bewusst sein und wertschätzend mit sich selbst umgehen.
Wenn Sie auf Ihre acht Jahre als Bürgermeisterin zurückblicken: Würden Sie heute bestimmte Dinge anders machen?
Natürlich. Mit dem Wissen von heute würde ich manches anders angehen. Manchmal ist es aber gut, vorher nicht zu wissen, was auf einen zukommt. Wenn man alle Schwierigkeiten schon kennen würde, würde man manche Projekte vielleicht gar nicht beginnen.

„WER SICH ÖFFENTLICH BEWEGT, STEHT AUF EINER BÜHNE, DIE DAS WEITERE LEBEN BEEINFLUSSEN KANN.“, Christine Oppitz-Plörer
Gibt es Projekte, bei denen Sie besonders sagen würden: Da steht meine Unterschrift darunter?
Besonders wichtig war für mich ein Schulprojekt für ein fehlendes Gymnasium in der Höttinger Au, für das ich schon als Stadträtin sehr gekämpft habe. Es war herausfordernd, weil die Kompetenz eigentlich nicht bei der Stadt lag. Gemeinsam mit der Bürgermeisterin Hilde Zach bin ich deswegen sogar einmal aus dem Büro des damaligen Landeshauptmannes geworfen worden. Schwierig waren hingegen die Straßenbahn und die Patscherkofelbahn. Aber die Alternativen wären noch schwieriger gewesen. Worauf ich auch stolz bin, sind die flächendeckende Tagesbetreuung im Volksschulbereich sowie Projekte wie die Skatehalle oder das Kletterzentrum. Beide Einrichtungen sind aufgrund ihrer Größe europaweit anerkannt und ziehen jeden Tag viele junge Menschen an. Es freut mich, dass ich bei diesen Projekten meinen Teil beitragen konnte.
ZUR PERSON
Christine Oppitz-Plörer, geboren 1968 in Innsbruck, studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Innsbruck und ist Mutter zweier erwachsener Kinder. Nach beruflichen Stationen bei den Tiroler Landeskrankenanstalten (heute tirol kliniken GmbH) begann ihre politische Laufbahn in der Innsbrucker Kommunalpolitik. Im Jahr 2000 zog sie mit der Wahlliste „Für Innsbruck“, die sich 1994 von der örtlichen ÖVP abgespaltet hatte, in den Gemeinderat ein. Ab 2002 war sie Stadträtin und 2009 wurde sie Vizebürgermeisterin. Von 2010 bis 2018 stand sie als Bürgermeisterin an der Spitze der Tiroler Landeshauptstadt. Nachdem sie zunächst als Nachfolgerin von Hilde Zach vom Gemeinderat gewählt wurde, konnte sie sich bei den Gemeinderatswahlen 2012, bei der das Stadtoberhaupt zum ersten Mal direkt gewählt wurde, mit Hilfe der Innsbrucker Grünen behaupten. Nach ihrer Niederlage in der Bürgermeisterstichwahl 2018 gegen Georg Willi war sie zunächst wieder Vizebürgermeisterin und später Stadträtin. Heute ist sie weiterhin Mitglied des Innsbrucker Gemeinderats und Teil der oppositionellen Fraktion „Das neue Innsbruck“. Beruflich ist sie als Projektmanagerin bei den tirol kliniken tätig.