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Photovoltaik und Windkraft naturverträglich ausbauen

 

Österreich will bis 2030 seinen Strombedarf komplett aus erneuerbaren Energiequellen decken. Es gibt eine Energiewende, die die biologische Vielfalt berücksichtigt.

 

Das Umweltbundesamt hat auf seiner Website Empfehlungen veröffentlicht, wie der Ausbau von Solar- und Windenergie möglichst schonend für die biologische Vielfalt gelingen kann und dazu zwei Policy Briefs erstellt. Sie bieten Gemeinden sowie Projektentwicklerinnen und -entwicklern eine praxisnahe Entscheidungshilfe. Österreich hat sich das Ziel gesetzt, bis 2030 seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Solar- und Windenergie spielen dabei eine zentrale Rolle. Gleichzeitig stehen viele Tierund Pflanzenarten unter Druck, da ihre Lebensräume zunehmend schrumpfen oder verloren gehen. Wie das Spannungsfeld zwischen Energiewende und Biodiversität entschärft werden kann, zeigt das Umweltbundesamt mit seinen neuen Empfehlungen.

 

GUTE PLANUNG ALS SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG.

Der Erfolg beginnt bei der sorgfältigen Planung. Photovoltaik Photovoltaikund Windkraftanlagen sollten bevorzugt an konfliktarmen Standorten mit geringer Biodiversität errichtet werden. Schutzgebiete müssen dabei konsequent geschützt bleiben. Hochwertige landwirtschaftliche Böden sollen möglichst geschont oder doppelt genutzt werden – etwa durch sogenannte Agri-Photovoltaik, die Energieerzeugung und landwirtschaftliche Nutzung kombiniert. Auch die konkrete Gestaltung der Anlagen ist entscheidend für ihre Naturverträglichkeit. Empfohlen werden bei PV-Freiflächenanlagen unter anderem ein reduzierter Einsatz von Zäunen, größere Abstände zwischen den Modulreihen sowie der Verzicht auf Bodenversiegelung. Ergänzend tragen extensive Beweidung oder Mahd, die Verwendung heimischer Wildpflanzen und zusätzliche Strukturen wie Blühflächen, Hecken oder Nisthilfen zur Förderung der Biodiversität bei.



SENSIBILITÄTSKARTEN ALS PRAKTISCHE UNTERSTÜTZUNG.


Ein wichtiges Instrument für die Raumplanung stellen zwei neue Sensibilitätskarten zur Biodiversität in Österreich dar. Sie zeigen geeignete und sensible Gebiete für den Ausbau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Windkraft. Die Auswirkungen von Photovoltaikanlagen unterscheiden sich je nach Standort deutlich: Auf intensiv bewirtschafteten Ackerflächen kann ihr Einsatz sogar Vorteile bringen, etwa durch geringeren Düngemitteleinsatz und reduzierte Störungen. Dadurch können neue Lebensräume für Pflanzen, Insekten und Vögel entstehen. In ökologisch sensiblen Gebieten hingegen – wie Mooren, Trockenrasen, artenreichen Wiesen oder kleinteiligen Kulturlandschaften – sind solche Anlagen ungeeignet. Dort könnten sie wertvolle Lebensräume zerstören und durch Zäune, Verschattung oder veränderte Nutzungen negative Effekte auf Tiere, Pflanzen sowie Licht- und Wasserverhältnisse haben.

 

FORSCHUNG IM RAHMEN VON ACRP.

 

Die Empfehlungen wurden im Rahmen eines Forschungsprojekts des Austrian Climate Research Programme (ACRP) erstellt. Sie fassen nationale und internationale Empfehlungen zusammen und stehen auf der Website des Umweltbundesamtes zum Download bereit.

 

Florian Danzinger Experte für Fernerkundung und Raumanalyse in der Umweltbundesamt GmbH, (c) Umweltbundesamt/B.Gröger
Florian Danzinger Experte für Fernerkundung und Raumanalyse in der Umweltbundesamt GmbH, (c) Umweltbundesamt/B.Gröger

 

Autor: Florian Danzinger Experte für Fernerkundung und Raumanalyse in der Umweltbundesamt GmbH.