Gute Verbindungen
Eine grenzüberschreitende Buslinie nach Bayern und batteriebetriebene Züge für Niederösterreich gehören zu Österreichs aktuellen Infrastrukturprojekten.
Der Tegernsee rückt näher an Österreich heran. Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 soll die österreichweit erste Interregio-Buslinie zwischen Jenbach in Tirol und Tegernsee in Bayern entstehen. Diese direkte, grenzüberschreitende Öffi-Verbindung wird zwei bedeutende Bahnknotenpunkte der Regionen verbinden und täglich im Stundentakt fahren. Tegernsee ist Endpunkt der Bayerischen Regionalbahn in diesem Gebiet, mit dem Start der Buslinie wird eine wichtige Lücke im öffentlichen Verkehr der Region geschlossen, die bereits jetzt in vielen Segmenten grenzüberschreitend zusammenarbeitet. Finanziert wird das Projekt vom Bund, dem Land Tirol und dem Freistaat Bayern. Der Betrieb der Linie wird ausgeschrieben, der Zuschlag im dritten Quartal 2026 erfolgen. Der Start des regulären Betriebs ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant. Ziel der neuen Verbindung ist es, die Regionen rund um den Achensee und den Tegernsee besser an das überregionale Bahnnetz anzubinden und gleichzeitig den stark verkehrsbelasteten Achenpass zu entlasten.
„Diese Interregio-Buslinie ist ein Beschleuniger für die Region und bietet eine attraktive Ergänzung zum bestehenden Schienenpersonenverkehr“, betonte Mobilitätsminister Peter Hanke. „Ein verkehrspolitischer Meilenstein für Tirol und Bayern und vor allem für die Achensee-Region. Was bisher an der Grenze geendet hat, wächst künftig zu einem durchgängigen, alltagstauglichen Öffi-Angebot zusammen“, freut sich Tirols Mobilitätslandesrat René Zumtobel.

Auch in Niederösterreich wird kräftig in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs investiert. Mit dem Fahrplanwechsel 2028/2029 werden schrittweise 16 Akkutriebzüge auf der Kamptal- und der Kremserbahn zwischen St. Pölten und Horn eingesetzt. Die ÖBB-Personenverkehr AG investiert dafür rund 63 Millionen Euro in neue Züge, der Bund übernimmt rund 70 Prozent der Kosten des Betriebs, das Land Niederösterreich rund 30 Prozent. Die neuen Akkutriebzüge verfügen über Klimatisierung und barrierefreie Einstiege. Der Betrieb mit Akku-Zügen anstelle von Dieseltriebwagen reduziert den CO2-Ausstoß pro Jahr laut dem Infrastrukturministerium um rund 1.200 Tonnen und spart eine halbe Million Liter Diesel ein. Die Züge verfügen über 160 Sitzplätze und 12 Fahrradstellplätze, sind 63 Meter lang und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.
In Vorarlberg wiederum wollen Bund, die ÖBB sowie die Asfinag bis 2031 rund 1,085 Milliarden Euro in eine moderne und leistungsfähige Mobilität investieren. Schon im Jahr 2026 investieren ÖBB und Asfinag zusammen 172 Millionen Euro in Infrastrukturprojekte in Vorarlberg. Das gesamte Mobilitätspaket soll Vorarlbergs Rolle als Knotenpunkt im Dreiländereck Österreich, Deutschland und der Schweiz festigen sowie gleichzeitig auch ein Signal an die stark international ausgerichteten, exportorientierten Industriebetriebe des Landes sein.
Auch die Österreichische Post, die EVN und Netz Niederösterreich setzen auf ein Infrastruktur-Zukunftsprojekt. In Mautern an der Donau testen die drei Partner erstmals das bidirektionale Laden von E-Fahrzeugen (Vehicle-to-Grid, V2G). Im Test werden fünf E-Fahrzeuge der Marke Maxus aus dem Fuhrpark der Post an Wallboxen von „ZAPe bei PEET“ nicht nur geladen, sondern können Strom auch ins öffentliche Netz einspeisen. In Kombination mit der Photovoltaikanlage am Dach der Postbasis in Mautern an der Donau wird der tagsüber erzeugte Strom während der Standzeiten der Fahrzeuge – etwa am Nachmittag oder am Wochenende – in den Batterien der E-Fahrzeuge gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgegeben. Die E-Fahrzeuge der Post agieren damit als großer, gebündelter Stromspeicher.
